Aufbruch und Veränderung | Das Jahrzehnt der Gewalt
Wiedervereinigung - Aufbruch in ein neues Jahrzehnt. Selbstbewusst und mit Forderungen gehen
Lesben und Schwule in die Zukunft.
Die 90er Jahre sind aber auch neben der 80er-Jahre das Jahrzehnt der Gewalt gegen schwule Männer.
Quelle: Radio Bremen Eins
Quelle: ARD/ MDR
Gewalt | Hass | Mord
Die Tötungsdelikte an homosexuellen Männern in Bayern und Baden-Württemberg umfassen eine Reihe spektakulärer Kriminalfälle, die zum Teil bundesweit für Schlagzeilen sorgten. Die Fälle reichen von spektakulären Einzelfällen in der Prominentenszene über tragische "Cold Cases" bis hin zu Raub- und Hassmorden im sogenannten "Cruising"-Milieu.
Der Moshammer-Mord
München - 2005
Der prominente Modeschöpfer wurde im Januar 2005 in seinem Haus im Münchner Vorort Grünwald von einem damals 25-jährigen irakischen Asylbewerber mit einem Stromkabel erdrosselt. Der Täter gab an, Moshammer habe ihn unter falschen Versprechungen in sein Haus gelockt und sei zudringlich geworden. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der Sedelmayr - Mord
München - 1990
Der beliebte Volksschauspieler wurde im Juli 1990 in seiner Münchner Wohnung gefesselt, gefoltert und erschlagen. Der Fall entwickelte sich zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands. Die Ermittler zogen zunächst die Stricher- und Schwulenszene in Betracht, verurteilten aber letztlich seinen ehemaligen Geschäftsführer sowie dessen Ziehsohn wegen Mordes aus Habgier.
Die Parkplatzmorde
Magstadt und Mörfelden-Walldorf
Im Großraum Stuttgart (u.a. in Magstadt und Mörfelden-Walldorf) wurden zwei homosexuelle Männer erschossen. Die Opfer hatten sich an bekannten "Cruising-Treffpunkten" aufgehalten. Die Ermittler konnten einen Serientäter festnehmen und nachweisen, der seine Opfer gezielt aus Schwulenhass und Habgier aus dem Hinterhalt erschoss. Er wurde 2012 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Der Fall Blumenstock
Vor mehr als 25 Jahren hat sich in Ulm ein schrecklicher Mord ereignet, der bis heute nicht aufgeklärt ist. Der Mord an dem Musikstudenten Rafael Blumenstock mitten auf dem Münsterplatz.
Mordfälle haben eine Aufklärungsquote von über 90 Prozent. In der Region Ulm/ Neu Ulm) sind seit 1970 nur 3 ungeklärt. Darunter der an Rafael Blumenstock, der auf dem Münsterplatz ermordet wurde.
Vermutlich ein Hassverbrechen - der SWR rollt den Ulmer Cold Case nach 34 Jahren als Podcast neu auf.
Der seit mehr als 30 Jahren ungelöste Ulmer Mordfall Rafael Blumenstock lässt den Ermittlern keine Ruhe. In einer Podcastreihe des SWR wird der Fall noch einmal aufgerollt. Als Cold Cases werden Altfälle bezeichnet.
Am 4. November 1990 verbringt der 28-jährige Rafael Blumenstock laut Angaben der Polizei den Abend in verschiedenen Kneipen in Ulm. Er spricht immer wieder fremde Männer an und fragt nach deren Telefonnummern. Seit seiner Kindheit fühlt der Mann sich nach Auskunft der Polizei im falschen Körper und trägt häufig Frauenkleidung. So auch in dieser Nacht.
Der ungeklärte Mord
Am 13.01.2001 wurde in Stuttgart am Bahnhofsgelände die Leiche von Michael S. gefunden.
Der ehemals leitende Angestellte verlor seit 1994 so gut wie alles: nicht nur seinen Beruf sondern auch Familie, da er seiner Ehefrau gestehen musste, schwul zu sein. Weiterhin kamen Geldprobleme hinzu, woraufhin er bei einem Freund einzog. Einem Streit zufolge, streicht er tagelang durch die Stadt, hält sich in Bars und Discotheken auf, so z.B. dem Monroe's, wo er auch das letzte Mal gesehen wird. Auf dem Weg in den King's Club verschwindet Michael S., wird in der gleichen Nacht des 10.01.2001 getötet und erst 3 Tage später auf dem Gebiet des ehemaligen Güterbahnhof gefunden.
Quellen: LSVD | Südwestpresse | RegioTV
https://www.youtube.com/watch?v=aDcrYuqKRc0
https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:dc07a06515a62783/













