VelsPol entsteht und mischt sich ein
VelsPol - Geschichte eines Netzwerkes
Die Geschichte von VelsPol beginnt 1994 – in dem Jahr, in dem der § 175 StGB endgültig abgeschafft wurde. Diese Strafnorm hatte über Jahrzehnte homosexuelle Männer kriminalisiert und auch innerhalb der Polizei Angst, Schweigen und Ausgrenzung geprägt.
Am 17. Juli 1994 trafen sich erstmals lesbische Polizistinnen und schwule Polizisten aus ganz Deutschland in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen. Aus diesem Treffen entstanden in mehreren Bundesländern Arbeitskreise und Vereine. Ihr Ziel war es, queere Beschäftigte in Polizei, Justiz und Zoll zu vernetzen, zu unterstützen und Diskriminierung sichtbar zu machen.
Von VelsPolBW und VelsPol Bayern zu VelsPolSÜD
Die Geschichte von VelsPolSÜD beginnt in Baden-Württemberg und Bayern – mit Menschen, die sich für Sichtbarkeit, Respekt und ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld in Polizei, Justiz und Zoll eingesetzt haben.
In Baden-Württemberg entstand bereits 1994 im Waldschlösschen bei Göttingen der „Arbeitskreis Homosexualität in der Polizei Baden-Württemberg“. Aus diesem Arbeitskreis entwickelte sich später VelsPolBW.
Das Netzwerk wurde zu einem anerkannten Mitarbeitendennetzwerk in Polizei, Justiz und Zoll des Landes Baden-Württemberg und engagierte sich früh für Fortbildung, Beratung, Sichtbarkeit und gleiche Rechte von LSBTI*-Beschäftigten.
Ein wichtiger Erfolg war die feste Verankerung der Thematik LSBTI* im Lehrplan der Polizeiausbildung in Baden-Württemberg seit 2010. Seitdem haben mehrere Tausend Polizeiauszubildende an entsprechenden Fortbildungs-veranstaltungen teilgenommen.
VelsPolBW setzte sich außerdem über viele Jahre für die Einrichtung von Ansprech-personen für gleichgeschlechtliche Lebensweisen ein.
Ab 2014 wurde diese Forderung durch die Polizei Baden-Württemberg umgesetzt.
Für dieses langjährige Engagement wurden VelsPolBW und Vertreter*innen des Netzwerks mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Rosa Detlef“ und der Staufer-Medaille des Landes Baden-Württemberg.
In Bayern entstand die VelsPol-Arbeit etwas später. Ab 2008 wurde VelsPol Bayern aufgebaut, 2011 folgte die Eintragung als Verein.
Gerade in einem oft konservativ geprägten Umfeld war das Netzwerk wichtig für Beratung, Austausch und die Sichtbarkeit queerer Polizeibeschäftigter.
Auf Bundesebene schlossen sich bereits 2002 die Landesvereine unter dem gemeinsamen Namen VelsPol Deutschland zusammen.
Die jährlichen Bundesseminare wurden zu einem wichtigen Ort für Austausch, Fortbildung, Vernetzung und politische Interessenvertretung.
VelsPol Deutschland ist zudem Mitglied in der EGPA – European LGBT Police Association und bringt deutsche Erfahrungen in die europäische Zusammenarbeit ein.
2021/2022 gingen VelsPol Baden-Württemberg und VelsPol Bayern gemeinsam den nächsten Schritt: Aus beiden Vereinen entstand VelsPolSÜD.
Heute steht VelsPolSÜD für Vielfalt, Respekt, Beratung, Vernetzung und gleiche Rechte von LSBTIQ*-Beschäftigten in Polizei, Justiz, Zoll und Ordnungsbehörden – in Baden-Württemberg, Bayern und darüber hinaus.


EGPA und VelsPol Deutschland Queere Polizeinetzwerke in Europa
Die European LGBT Police Association (EGPA) entstand aus dem Wunsch, queere Polizeibeschäftigte über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.
Viele Erfahrungen waren in Europa ähnlich: Unsichtbarkeit im Dienst, Angst vor Diskriminierung, fehlende Ansprechstellen und die Notwendigkeit, LSBTIQ*-Themen in Polizei und Gesellschaft sichtbarer zu machen.
Ein wichtiger Schritt war das europäische Symposium 2004 in Amsterdam. Dort kamen über 100 LSBT*-Polizeibeschäftigte aus zehn europäischen Ländern zusammen. Aus diesem europäischen Austausch entwickelte sich die European Gay Police Association. 2016 wurde der Verband neu ausgerichtet und in European LGBT Police Association umbenannt.
Die EGPA versteht sich heute als europäischer Dachverband nationaler LGBT-Polizeiorganisationen. Sie fördert den Austausch von Wissen, unterstützt die Gründung queerer Polizeinetzwerke in Europa und vertritt LSBTIQ*-Anliegen auf europäischer Ebene. Zu ihren Zielen gehören Aufklärung innerhalb und außerhalb der Polizei, der Abbau von Vorurteilen, die Bekämpfung von Hasskriminalität sowie die Orientierung an Menschenrechten und den Grundrechten der Europäischen Union.
VelsPol Deutschland ist das deutsche Mitglied der EGPA. Der Verband bringt die Erfahrungen aus Deutschland in die europäische Zusammenarbeit ein und profitiert zugleich vom Austausch mit anderen Ländern. Über die EGPA werden Strategien, Fortbildungskonzepte und Erfahrungen zu queerer Sichtbarkeit, Diskriminierungsschutz und Hate Crime international geteilt.
Damit verbindet VelsPol Deutschland die nationale Arbeit mit einer europäischen Perspektive: Für eine Polizei, in der LSBTIQ*-Beschäftigte offen, sicher und respektiert arbeiten können – und für eine Polizei, die allen Menschen mit Würde, Fairness und Respekt begegnet.


