Stonewall und der Beginn der Veränderung
Schwule und Lesben in der DDR und der Umgang des SED-Staates mit Homosexualität
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Hinsichtlich der Rechte für Homosexuelle war die DDR fortschrittlicher als die Bundesrepublik. Doch in der Öffentlichkeit wurden sie kriminalisiert. Die Staatssicherheit überwachte die schwul-lesbische Szene noch in den 1980er Jahren.
Nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 ging es der SED vorrangig darum, ihre Macht zu sichern. Auch der Paragraf 175 wurde abermals gegen missliebige Männer angewandt, wie beispielsweise gegen den DDR-Justizminister Max Fechner. Dieser wurde zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, später jedoch vollständig rehabilitiert. Fechner hatte sich öffentlich für einen rechtsstaatlichen Umgang mit den Streikenden ausgesprochen. Im Partei- und Pressegebaren zum „Fall“ Fechner wurden Stereotype aus der NS-Zeit – teilweise bis auf die Wortebene – erneut verwandt. Skandalisierungen wie diese waren in der frühen DDR gängige Verfahren. Statt progressive Gesetzgebung zur Öffnung der Gesellschaft zu betreiben, nutzte man bestehende Ressentiments und Restriktionen des Rechts. Die Medien bedienten bewährte Feindbilder, um die ostdeutsche Gesellschaft von der des Westens abzugrenzen; Prostitution, Kriminalität, Drogenmissbrauch, Pädophilie, Spionage, nationalsozialistische Gesinnung und eben auch Homosexualität wurden variantenreich miteinander verbunden und vor allem im „Westen“ verortet
Die DDR war praktisch ein Land ohne öffentliche Orte für Homosexuelle. Das Klima war geprägt von medialer Verunglimpfung, staatlicher Überwachung und polizeilicher Verfolgung, ähnlich der Situation in der UdSSR.
Ab Ende der 1960er Jahre nahm sich die Wissenschaft des Themas Homosexualität an, allerdings mit eindeutigem Ziel. So glaubte der Endokrinologe Günter Dörner beweisen zu können, dass Homosexualität im Kindesalter mit der Verabreichung von Hormonen verhindert werden könne. Diese Forschungen fanden ein positives Presseecho.
Rechtlich änderte sich die Lage 1968 mit dem neuen DDR-Strafgesetzbuch, in dem der Paragraf 175 durch den Paragrafen 151 ersetzt wurde. Fortan war Homosexualität zwischen Erwachsenen nicht mehr strafbar.
Quelle: https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/265466/schwule-und-lesben-in-der-ddr
Am 28. Juni 1969 kämpften Schwule, Lesben und trans Menschen vor dem «Stonewall Inn» in New York für mehr Rechte. Ein Veteran erinnert sich.
80 Jahre alt ist der Mann, er wurde zu einer Zeit erwachsen, als solche Offenheit noch undenkbar war. Als homosexuelle Menschen wie er sich verstecken mussten, vor dem Staat, vor der Polizei, vor den Medien, oft auch vor den eigenen Familien und Freunden.
Tree erinnert sich nur zu gut an damals, speziell natürlich an diese eine Nacht, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollte. In wenigen Tagen wird sich diese Nacht, die den Anfang der Stonewall-Unruhen markierte, zum 50. Mal jähren.
Quelle: https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/wochenende-gesellschaft/50-jahre-stonewall-proteste-als-die-bar-zum-schlachtfeld-wurde
Starke Diskriminierung von Schwulen und Lesben
„Schwul zu sein galt als so bizarr, etwas wie Nekrophilie oder als wenn man Heroin an Kinder geben wollte. So extrem war das Bild von Homosexuellen“, erinnert sich Schwulenaktivist David Carter.
Schrill, groß, laut und bunt – das verbinden wohl die meisten heute mit dem Christopher Street Day (CSD). Im Sommer strömen weltweit Schwule und Lesben auf die Straßen der großen Städte, um sich mit Stolz zu ihrer Homosexualität zu bekennen. Doch am Anfang seiner Geschichte war der Christopher Street Day alles andere als eine schillernde Party.
Heute nehmen Beamtinnen und Beamte der verschiedenen Polizeiorganisationen in Uniform an den CSD-Paraden in Deutschland, in verschiedenen europäischen Ländern und us-amerikanischen Bundesstaaten teil.





